Technik zum Menschen bringen

Interaktive Technologien bedeuten einen grundlegenden Wandel in der Technologieentwicklung. Basierend auf Schlüsseltechnologien wie den Informations- und Kommunikationstechnologien, der Elektronik, der Robotik und der Bionik, optimieren sie das Zusammenspiel von Mensch und Technik.

Mann mit Roboter
Technik zum Menschen bringen© Beuth Hochschule für Technik Berlin

Auf diese Weise entstehen innovative Lösungen, die Menschen in immer mehr Lebensbereichen unterstützen – von der mitdenkenden Wohnung über die intelligente Mobilität und die Gesunderhaltung bis hin zur assistierten Pflege. Moderne Technologien optimal den Bedürfnissen des Menschen anzupassen ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird mit diesem Forschungsprogramm die Weiterentwicklung der Mensch-Technik-Interaktion (MTI) fördern.

Technik hilft dabei, zentrale Zukunftsaufgaben zu lösen

Interaktive Technologien leisten einen wichtigen Beitrag für die Lösung der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben, die in der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung als prioritäre Zukunftsaufgaben verankert sind. Das vorliegende Forschungsprogramm verfolgt einen umfassenden interdisziplinären Ansatz, in dem die technischen Wissenschaften mit den relevanten geistes-, rechts- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und Perspektiven verbunden werden.
Neue Konzepte werden vom Forschungslabor in reale Umgebungen überführt und schaffen einen echten Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer.

Technik als Begleiterin des Menschen

Im Zeitalter interaktiver Technologien reagiert Technik nicht mehr nur auf Impulse durch den Menschen, sondern agiert zunehmend eigenständig. Die Förderung zielt darauf, an die Stelle einer starren und mechanischen Funktion eine natürliche und den menschlichen Sinnen entsprechende Interaktion zwischen Mensch und Technik zu setzen. Dabei lernt die Technik von und mit dem Menschen – und dies ohne den Menschen und sein Handeln vollständig zu überwachen oder zu vermessen. Das BMBF fördert die Entwicklung von autonomen Systemen, die individuelle Assistenzaufgaben übernehmen und auch jenseits von vordefinierten Kontexten komplexe Situationen bewältigen können.

Technik vernetzt sich flexibel über Raum, Zeit, Einsatzbereiche und Personen hinweg und wird damit immer mehr zur verlässlichen Begleiterin des Menschen.
Hierbei sind stets auch die potenziellen Risiken zu berücksichtigen, die eine zunehmende Automatisierung mit sich bringen könnte. Der integrierte Forschungsansatz ist darauf ausgerichtet, dass die Möglichkeiten der Technik genutzt werden können, ohne die damit einhergehenden Herausforderungen zu übersehen oder unbeantwortet zu lassen.

Mensch und Technik Hand in Hand

Um dem Menschen zuverlässig zur Seite zu stehen, muss Technik das menschliche Handeln in seiner ganzen Komplexität erfassen, verarbeiten und umsetzen können.

Ziel des Forschungsprogramms ist eine Technik, die – wie ein guter Assistent – die Interessen und Wünsche des Menschen erkennen und umsetzen kann. Dabei muss sie sich stets den Absichten des Menschen unterordnen. Das Erkennen von Intentionen darf nicht so weit gehen, dass der Mensch überwacht wird oder dass die Technik in seine Privatsphäre mehr als von ihm selbst gewünscht eingreift. Das BMBF bindet deshalb von Anfang an sozial und geisteswissenschaftliche Perspektiven bei der Entwicklung neuer Technologien ein und fördert gezielt die Untersuchung der ethischen und rechtlichen Aspekte des Einsatzes innovativer Mensch-Technik-Interaktion.

Technik zum Wohl aller Generationen

Das Forschungsprogramm zur Mensch-Technik-Interaktion folgt der Leitidee einer „hilfsbereiten“, nutzerorientierten, bedarfsgerechten und an der Menschenwürde orientierten Technik. Dabei gilt es, Ängste vor einer unkontrollierbaren bzw. selbst Kontrolle ausübenden Technik ernst zu nehmen. Verantwortungsvolle Forschungsarbeit berücksichtigt die spezifischen Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer. In einer Gesellschaft des längeren Lebens bedeutet dies, dass auch die Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen einfließen. So will das BMBF Technik zum Menschen bringen – zum Wohl und Nutzen aller Generationen. Von 2016 bis 2020, in der geplanten Laufzeit dieses Forschungsprogramms, wird das BMBF jährlich rund 70 Mio. Euro für die Förderung der Mensch-Technik-Interaktion bereitstellen.