HaptiVisT

Entwicklung und Evaluierung eines haptisch-visuellen Lernsystems für chirurgische Eingriffe

Das Trainingssystem ermöglicht Fortbildungen für die Handchirurgie© scenaris GmbH

Motivation

Komplexe Operationen an knöchernem Gewebe gehören zu den wichtigsten Tätigkeiten von Chirurgen. Dabei müssen Verletzungen von Risikostrukturen wie Nerven oder Gefäßen unbedingt vermieden werden. Um solche Eingriffe sicher und fehlerfrei durchzuführen, ist langjährige Erfahrung sowie eine umfangreiche theoretische und praktische Aus- und Fortbildung notwendig, die teilweise berufsbegleitend absolviert wird.

Ziele und Vorgehen

Im Projekt HapitVisT wird ein haptisch-visuelles Trainingssystem für chirurgische Eingriffe an komplexen Knochenstrukturen realisiert, das medizinische Aufnahmen wie CT und MRT nutzt und als sogenanntes „Serious Game“ mit immersiver Didaktik gestaltet wird. Es bildet damit eine Ergänzung zu vorhandenen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten an Tiermodellen. Außerdem schließt es die Lücke zur praktischen Anwendung am Patienten durch ein haptisches und visuelles Lernerlebnis. HaptiVisT realisiert zunächst das Training für die minimalinvasive Handchirurgie und Implantationen am Innenohr.

Innovationen und Perspektiven

Die stetige Fortbildung des ärztlichen Personals im Bereich der minimalinvasiven Chirurgie bleibt durch das neue Trainingssystem nicht auf wenige, spezialisierte Zentren beschränkt, sondern lässt sich auch auf kleinere Kliniken im ländlichen Raum ausdehnen. Eine derartige Verbreiterung der praxisnahen Aus- und Fortbildung in chirurgischen Spezialdisziplinen kann einen wichtigen Beitrag leisten, um dem Facharztmangel in der Fläche zu begegnen.