Interview mit Dagmar Hartge, LDA Brandenburg

Die Landesbeauftragte für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht (LDA Brandenburg), Dagmar Hartge, über Fragen zur Mensch-Technik-Interaktion

Kleinmachnow, 27. Mai 2016

Dagmar Hartge, LDA Brandenburg© Lorenz Hornbostel, BMBF

Was fasziniert Sie an dem Forschungsfeld der Mensch-Technik-Interaktion besonders? Antworten Sie mit einem Satz.

Technisch sind heute Dinge möglich, die noch gestern unvorstellbar waren; um so wichtiger ist deshalb das Wissen, dass die Technik für den Menschen da sein muss und nicht gegen ihn gerichtet sein darf.  

Woran forschen/arbeiten Sie gerade im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion?

Als Landesbeauftragte für den Datenschutz forsche ich natürlich nicht im Bereich Mensch-Technik-Interaktion, aber ich befasse mich mit den Datenschutzfragen, die mit dem Thema unweigerlich zusammenhängen.

Welche Innovationen der Mensch-Technik-Interaktion nutzen Sie persönlich?

Smarte Technik hier und da.

Welche sozialen und technologischen Innovationen braucht unsere Gesellschaft im Jahr 2050?

Unsere Gesellschaft muss zwei besonders dringliche Probleme lösen. Sie muss zum einen mit schwindenden Ressourcen umgehen und bei einer wachsenden Bevölkerungszahl auf der Erde dafür sorgen, dass alle Menschen ernährt werden können und die Umweltbedingungen verbessert werden. Sie muss in diesem Zusammenhang mit dem Klimawandel umgehen und versuchen, Antworten und Lösungen zu finden. Nur wer noch ausreichende Lebensgrundlagen hat, hat eine Zukunft.

Zum anderen muss unsere Gesellschaft die Fragen, die eine immer älter und auch kränker werdende Gesellschaft aufwirft, lösen. Dabei darf sie die Bedeutung menschlicher sozialer Kontakte für den einzelnen Menschen niemals aus dem Auge verlieren und muss die technischen Entwicklungen stets in Einklang bringen mit den emotionalen Bedürfnissen der Menschen. Die Forschung darf nicht einseitig auf technische Lösungen ausgerichtet sein.

Bei allen technischen Innovationen muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Technische Innovationen müssen  der Gesellschaft dienen.

Welche Herausforderungen verbinden Sie mit der Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion?

Die größte Herausforderung wird sein, die Grenzen einer wünschenswerten Technik zu erkennen. Ich fürchte, nicht alles was innovativ ist, dient einer lebenswerten Welt. Dies bei der Forschung  zu beachten und sich bereits im Planungsstadium mit den begleitenden Fragestellungen auseinanderzusetzen, ist eine Herausforderung für die Forschung. Die Zukunft der Forschung wird im interdisziplinären Forschen, aber auch im vernetzten Forschen liegen müssen.

Welche Chancen verbinden Sie mit der Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion?

Wir haben die große Chance, Technologien zu entwickeln, die von der Gesellschaft als Baustein für die Lösung unserer Zukunftsprobleme verstanden werden. Wir haben auch die Chance, dass die Entwicklungen als ein Gewinn für alle Menschen angesehen werden und nicht als Gewinn für einige wenige.

Vervollständigen Sie den folgenden Satz

„Technik muss..... menschenfreundlich sein.