Interview mit Klaus Graf: Die Pflege Schwerkranker zu Hause möglich machen

Im Projekt MeSiB wird ein umfassendes Sicherheits- und Schutzkonzept für intensiv-pflegebedürftige, pflegende Angehörige und professionell Pflegende in der Heimbeatmung erarbeitet. Klaus Graf, COO und Senior Director bei IQ.medworks GmbH und Projektkoordinator von MeSiB, erklärt die Hintergründe.

© IQmedworks /Lukas Lehmann


Herr Graf, was ist die Motivation in Ihrem Forschungsprojekt?

Insbesondere vor dem Hintergrund der häuslichen Pflege bei Schwerkranken stellt der Umgang mit dem Patienten und der Medizintechnik eine hohe Herausforderung dar, die mit erheblichen Risiken verbunden sein kann. Eine effektive und gefühlte Erhöhung der Sicherheit durch Schulung und unterstützende Technologie ist für Patientinnen und Patienten und die Anwendenden gleichermaßen wichtig.

Was ist die Innovation von MeSiB?

Neu ist die Kombination aus simulationsbasierter Schulung, innovativer Notfallerkennung und -reaktion über ambiente Technologiekomponenten und (tele)medizinischer Infrastruktur. Sie erschafft ein integriertes Gesamtsystem zur Erhöhung der Sicherheit. Das Projekt fundiert also auf einem ganzheitlichen Ansatz, der neben der Implementierung eines Sicherheitssystems auch die Perspektiven der Pflegebeteiligten durch qualitative Bedarfserhebung und Risikoanalyse einbindet. Die daraus entwickelten nachhaltigen und simulationsbasierten Schulungskonzept zwischen Klinik und Häuslichkeit kombinieren ambiente Technologien sowie telemedizinische Verfahren.

Was ist Ihre Vision?

In 20 Jahren sind Pflegende strukturiert und bedürfnisorientiert vorbereitet, auf neue Situationen in der Häuslichkeit mit modernsten Technologien und telemedizinischen Verfahren flexibel zu reagieren. Etablierte Verfahren stellen, in Verbindung mit sicher verfügbaren Bandbreiten, eine selbstverständliche Einheit für die Patientensicherheit in der Heimbeatmung und der ambulanten Intensivpflege dar.